Von Wellington nach Pucón

Von Wellington nach Pucón

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Die Fährenüberfahrt haben wir problemlos und kurzweilig überstanden. Wir trafen ein nettes Schweizer Paar und konnten gegenseitig Reiseerfahrungen austauschen. In Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, besuchten wir das „Te Papa“. Das ist das interaktive Nationalmuseum der Kiwis. Es war sehr interessant. Die Kinder fanden vor allem die Tierabteilung sehr spannend. Zudem konnten wir in einem Häuschen eine Erdbebenerfahrung machen. Und natürlich war die Dreamworks Sonderausstellung ganz toll! Zudem haben wir in Wellington den Weihnachtseinkauf erledigt. Da das Christkind dieses Jahr nicht bis nach Chile fliegen mag, durften die Kinder sich ein Geschenk aussuchen. Sie fanden beide ein lässiges Lexikon. 

Von Wellington fuhren wir nach Taupo. Das Wetter war nach wie vor sehr durchzogen, deshalb konnten wir die prächtigen Vulkane auch nicht richtig sehen. Taupo liegt wunderschön am See. Am Abend zeigte sich plötzlich noch die Sonne. Ädu und ich machten seit langem wieder einmal einen gemeinsamen Spaziergang. Wir genossen die tolle Abendstimmung. Die Kinder blieben für einmal lieber im Motel…

Am nächsten Morgen gings bereits weiter. Nach einem kurzen Abstecher bei den Huka Falls (Wasserfall), machten wir einen längeren Halt im Wai-o-tapu. Wir spazierten über das geothermale Gebiet, bewunderten die verschiedenen Farben und gewöhnten uns langsam an die eher übelriechenden Düfte! Unsere letzten beiden Nächte in Neuseeland verbrachten wir in Rotorua. Das Hotel war sehr kinderfreundlich, Spielsachen auf dem Gang und im Zimmer. Das fanden die Kinder ganz toll! Zudem wurde es wieder wärmer und sonniger. Das Nachtessen konnten wir ebenfalls an der Sonne geniessen. Natürlich haben wir uns noch das Whakarewarewa angeschaut, ein Maori-Dorf, das wir mit einer Führung erleben durften. Wir assen ein „Hangi“ (Fleisch, Kartoffeln, Gemüse, Dessert), das in einem geothermalen Kochtopf gekocht wird. Wir sahen den Geysir, staunten über die heissen Naturbäder und natürlich durfte der legendäre „Haka“ (Kriegstanz, der die Maoris selber aufbaut und den Gegner einschüchtert) nicht fehlen. Lenny wäre zwar im ersten Moment beim Anblick der kämpferischen Maoris am liebsten verschwunden, war aber nachher total beeindruckt. Er liess sich sogar mit einem Maori fotografieren. Das Leben der Maoris hat bei den Kindern einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Noch immer spielen sie mit ihren Stofftieren Szenen nach und das Zunge rausstrecken darf natürlich nicht fehlen!

Und nun hiess es Abschied nehmen von Neuseeland. Wir hätten es auch auf der Nordinsel noch länger ausgehalten. Aber unser nächstes Abenteuer in Südamerika wartet! Nachdem Lenny und Ädu nochmals beim Coiffeur waren und wir ein weiteres Paket nach Hause aufgegeben haben, fuhren wir nach Auckland an den Flughafen. Wir waren richtig früh da ausnahmsweise und sahen dann, dass unser Flug auch noch 1 1/2 Stunden Verspätung hatte! Zum Glück, wie sich später herausstellte… Wir brauchten 75 Minuten, bis wir an die Reihe kamen, um unser Gepäck aufzugeben. Und dann waren wir nicht mal im System! Letztendlich hat sich alles geklärt und wir hatten einen angenehmen Flug mit viel Platz nach Santiago.

Von Santiago aus flogen wir noch nach Temuco. Dort kämpften wir uns durch das Taxiangebot und liessen uns zum Hotel chauffieren. Endlich ging dann für uns ein sehr langer Tag zu Ende. Sind wir doch auf dem Papier zur gleichen Zeit in Chile angekommen, wie in Neuseeland abgeflogen (Datumsgrenze), aber in Wirklichkeit waren wir etwa einen Tag unterwegs! Demzufolge hat uns auch der Jetlag eingeholt…

In Temuco haben wir in einer Hintergasse unser Mietauto übernommen. Die Leute sind alle sehr nett, aber mit Englisch durften wir bis jetzt kaum rechnen. Zum Glück war ich noch im Spanisch-Kurs, so können wir uns wenigstens fürs Nötigste verständigen und uns etwas einfacher eingliedern. Nach einem ersten grossen Lebensmitteleinkauf sind wir zu unserer Weihnachtsunterkunft in Pucón gefahren. Auf dem Gelände des Hotels „Salto del Carileufu“ haben wir für eine Woche ein geniales Cabaña gemietet! Es ist 2-stöckig, mit grossen Fensterfronten, mit Sitzplatz, mit Kamin, mit Hängematten, mit grünem Umschwung… Die Aussicht ist fantastisch, wir lassen uns immer wieder verzaubern vom Vulkan Villarica. Hier haben wir wirklich ein kleines Paradies in der Natur gefunden. Wir fühlen uns alle so wohl, dass wir einfach die Zeit geniessen und die Seele baumeln lassen. Ja, und dann kam noch der Weihnachtstag. Wider Erwarten fanden wir einen kleinen Baum und schmückten ihn (für unsere Verhältnisse sehr kitschig ;)). Die Kinder waren aber total glücklich, dass wir jetzt doch auch richtig Weihnachten feiern können! Das Bäumchen direkt vor der grossen Scheibe, Aussicht auf den verschneiten Vulkan, die Sonne im Gesicht und ein Päckli für jedes Kind! Es waren für uns die friedlichsten und ruhigsten Weihnachtstage seit langem. Gefehlt zu unserem perfekten Glück haben nur unsere Liebsten zu Hause. Aber das holen wir dann nach…

Jetzt sitze ich hier auf unserer Terrasse an der Sonne, schreibe diesen Bericht und bin einmal mehr dankbar für das Glück, dass wir diese Reise erleben dürfen, dass wir alle gesund und wohlauf sind! Dass wir uneingeschränkt Familienzeit verbringen, so viele tolle Erfahrungen und Begegnungen machen und die Wunder der Natur sehen dürfen! Und natürlich dass so viele Menchen an uns denken und wir immer wieder viele liebe Zeichen von zu Hause erhalten! In diesem Sinne wünschen wir euch allen sonnige restliche Tage im alten Jahr und dann einen fantastischen Start ins 2016!!! Anstossen werden wir dann zu einem späteren Zeitpunkt mit euch…

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